Say Hello to Europe

2. bis 4. Juli

Nach 18 Monaten Afrika, davon durch Corona 20 Wochen und 2 Tage in Marokko, schauen wir genau jetzt im Moment von einem wunderbaren Stellplatz am Meer aus auf den Felsen von Gibraltar. Gestern Nachmittag sind wir in Spanien angekommen. Kaum zu glauben.

Aus Marokko ist eigentlich immer noch kein Herauskommen. Aber die deutsche Botschaft in Rabat hatte Erbarmen und für die verbliebenen Wohnmobilisten in Marokko eine Fähre organisiert. Die haben wir nun schließlich genommen.

Nach der langen Zeit des totalen Stillstands war es eigenartig, den Igl wieder als Fahrzeug in Betrieb zu nehmen. Er hat die knapp 900 Kilometer quer durch Marokko aber gut bewältigt. Auch wenn er uns den ersten Plattfuß der nun über 20.000km Afrika beschert hat.

Am 2. Juli Nachmittags sind wir in Ksar Sghir angekommen und haben unseren Augen nicht getraut. Bei klarem Himmel sehen wir von unserem letzten Nachtplatz in Marokko aus den Hafen von Tanger med, von dem aus wir morgen übersetzen wollen, das Bergland Nord-Marokkos und über die Straße von Gibraltar hinweg die sanften Hügel bei Tarifa. Europa!

Bleibt zu hoffen, dass der Igl morgens anspringt, denn mindestens zwei seiner fünf Glühkerzen sind defekt, so dass er solange es kühl ist nicht gerne startet. Zur Fähre um 11Uhr sollen wir um 7 Uhr morgens am Hafen sein. Wir beschließen, dass 9 Uhr reichen muss. Natürlich schlafe ich ab morgens um 5 nicht mehr – Robert hingegen wie ein Stein – und bange, ob der Igl anspringt.

Tut er aber und zusammen mit 100 weiteren Deutschen überqueren wir am 3. Juli die Meerenge von Gibraltar. Von allen fällt die Anspannung schlagartig ab und eine ausgelassene Stimmung macht sich an Bord breit. Europa. Zuhause. Hätte ich nicht gedacht, dass wir uns am Ende doch so freuen würden, wieder da zu sein.

Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, wie sich das anfühlt? Ehrlich? Keine Ahnung. Irgend etwas zwischen total normal, Erleichterung, Freude, Freiheit, Abschiedsschmerz, Wiedererkennen und Fremdheit.

Einen kleinen Einkauf später – Käse, Käse und Käse, Rotwein, Gin und Fino, Chorizo und Salami, das erste Graubrot seit 18 Monaten – sichern wir uns einen unspektakulären Platz am Stadtstrand von Algeciras und trinken erst einmal eine Flsche Wein auf die Ankunft zusammen mit Joshi, Dejan und vor Allem Benedikt, der heute Geburtstag hat und einen ausgibt. Er hat Robert mit sehr vielen Caipirinha verwöhnt….

Heute morgen dann haben wir 30 Kilometer entfernt einen Stellplatz direkt am Strand mit Blick auf den Felsen von Gibraltar gefunden. Jetzt kommen wir erstmal wieder hier an. Wie es weitergeht sehen wir dann am Montag.

18 Kommentare zu „Say Hello to Europe

  1. Hola oder Hello — how british ist es noch in G? Anspringen, Überqueren und schließlich Ankommen ⚓️ auf auf Kontinent E… gut zu lesen, dass alles gepasst hat, auch die Drinks 👍

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    1. Salut! Es ist schon wieder Französisch und die Drinks entsprechend gut und kombiniert mit lecker Käse und Baguette. Demnächst wieder auf den zwei Rädern mit den drei Buchstaben 😉 Herzliche Grüße Robert und Eva

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  2. Liebe Eva, lieber Robert,

    Es war wirklich aufregend, traurig und mitreißend, aber auch entschleunigend, faszinierend und fernwehfördernd euch über diesen Blog bei der Reise eures Lebens begleiten zu dürfen. Wir freuen uns sehr auf eure Rückkehr und weitere Geschichten an der Feuerschale. Genießt die nächsten Tage und Wochen und kommt dann wieder gesund zurück nach Friedrichshain.

    Eure Nachbarn!
    (i.V. Susanne)

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    1. Liebe Susanne,

      Mit Dank für Deine lieben Worte!
      Ja, jetzt geht diese Reise langsam ihrem Ende entgegen….Weitere Geschichten gibt es viele, die wir gerne mit Dir/Euch teilen. Aber nach der Reise ist vor der Reise, wogin es das nächste Mal wohl geht? Wir lassen uns überraschen! Herzliche Grüße an Dich und die Haasestraße und alke lieben Menschen dort zuhause! Wir sind auf dem Weg.
      Besos aus Granada,
      Eva und Robert

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  3. ich hab auch immer sehr gespannt mitgelesen und mich immer schon auf den nächsten Beitrag gefreut. Tolle Fotos und herrlich geschrieben, immer mit der richtigen Mischung aus sachlich, poetisch und sarkastisch. Bis demnächst

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  4. Siamo davvero felici che siate riusciti a partire!
    Speriamo di vedervi presto.
    Buon rientro a casa piano piano……
    Con molto affetto, Claudia e Manfredo

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    1. Schade dass wir nicht nach Genua fahren konnten. Dann hätten wir Euch besucht! Danke 1000Mal für die guten Wünsche. Wenn es uns in Deutschland nicht gefällt kommen wir zur Oliven Ernte 😉 Herzliche Grüße, wir denken oft an Euch, Robert und Eva

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  5. Ihr seid am Atlantik! Wo denn dort? Ich will da auch mal wieder hin …
    Noch eine wunderschöne Heimreise wünsche wir Euch Marcella und Axel

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