Slowakei – Banska Stiavnica

Am nächsten Morgen fahren wir los ins nächste Dorf, halten an, um ein paar Dinge einzukaufen. Es muss ein Feiertag sein, denn vor der geschlossenen Kirchentür stehen die Leute Schlange und um 11 hat kein Geschäft geöffnet ausser dem coop.

Gerade wollen wir wieder einsteigen, da hält ein Auto auf dem  Parkplatz, dem ein junger Mann mti Locken und Kopftuch entsteigt. Mit glänzenden Augen spricht er uns auf Deutsch an. Es stellt sich heraus, er ist auch Deutscher, lebt seit 6 Jahren mit seiner slowakischen Frau und Kind in den Bergen, ist Fährtenleser und mag offensichtlich den Dicken. Beide wollen die Schwiegermama abholen und zum Pizzaessen einladen. Er lässt sich erzählen, was wir vorhaben und schaut sich kurz im Maggi um. Dann geben seine Frau und er uns ein paar Tipps, wohin wir in der Gegend fahren könnten. Das deckt sich ganz gut mit dem was wir ohnehin vorhatten, nur die Tatra, das schaffen wir nicht, sonst müssen wir die Reise noch weiter verlängern. Nicht immer sind die beiden sich einig, welcher der beste Weg sei, aber letztlich haben sie mit ihren Tipps recht behalten, denn sowohl die empfohlene Strasse durch die Berge ist mit dem Dicken gut befahrbar, als auch die Stadt Banska Stiavnica, die offenbar lange sehr gut vom Bergbau lebte und über gleich zwei Burgen und eine „Cavalry“ verfügte (was heißt das bloß?), war die Reise absolut wert.

Und überhaupt waren wir ja auch noch im Thermalbad, in einer echten heißen Quelle. In einer Grotte fliesst über einen riesigen Stein 42 Grad warmes Wasser. Leider ist die Grotte sozialistisch umbaut, so dass sich grottische Romantik, sowie realsozialistischer Waschbeton miteinander konkurrieren, im Ruheraum leuchtet es rot und Frauen statuen räkeln sichj auf dem Stein. Das rote Licht im Stein  erinnert ban das kalte Herz im gleichnamigen tschechischen Märchen, das an die Wand genagelt wird. Am ende bin ich kurz vorm Kreislaufkollaps, nestle mich ungeschickt in das riesige Leinenruhetuch und danach sitzen wir beide  glucksend erstmalig auf einem MAssagestuhl, der seine Massageknubbel etwa 20 Minuten an unseren Rücken herauf und herabknubbeln lässt. Das ist mal komisch, mal eher schmerzhaft, letztlich aber überflüssig. Danach gibts noch lecker Cafe und Waldfruchttorte (anstatt der zuvor anvisierten und nun leider ausverkauften Sachertorte) und schon fühlen wir uns wie Hans Castorp auf dem Zauberberg.

In Banska haben wir später die rote Quelle gesucht und nicht gefunden, ein Internetkaffee lange gesucht und schliesslich doch gefunden und dort lecker Pelmeni mit Kartoffelpüreefüllung, Smetana und kross gebratenem Speck, sowie böhmische … ??? (so etwas wie schwäbische Knöpfli) in Butter geschwenkt ebenfalls mit mit Speck gereicht verzehrt. Dazu Vinea, Traubensaftschorle, sollte man importieren nach Deutschland. Sehr lecker. Und dann hatte ich leider blöde Kopfschmerzen, und Ro hat schnell schnell einen Wiesenplatz für den Dicken gesucht und gefunden und wir hören inmitten der Bege den Kuhhirten seine Herde treiben und die Glocken der Kühe bimmeln. Ich gehe um 8 (in Worten ACHT) Uhr ins Bett und falle in Schlaf. Robert hat drei Sternschnuppen gesehen, das möchte er erwähnt wissen.

Ein Kommentar zu „Slowakei – Banska Stiavnica

  1. Dieser Tag klingt verwunschen schön. Dahin möchte man Euch sofort folgen.
    Auf den Regen möchte man verzichten…. Aber hier regnet, donnert und blitzt es auch fast täglich. Völlig ungewöhnlich für Mainz, das für seine Regenarmut bekannt ist.
    Hoffentlich hast Du Dich nicht erkältet Eva?

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