Türkei – Uchisar

Wir wagen doch noch den Abstecher nach Kappadokien, obwohl bereits der erste Schnee in Konya gefallen ist und eine leider nicht mit Jahreszahl versehene Internetressource uns erklärt hat, dass viele Flüge von Ankara und Istanbul nach Kappadokien wegen Schneefall gestrichen wurden. Dazu haben wir beim Besuch von Tatlises (DER türkischen Cis Köfte Kette, auf jeden Fall hingehen, wenn sich die Möglichkeit bietet, extrem lecker) im Fernsehen einen Bericht über starke Schneefälle gesehen.

Als wir in Nevsehir ankommen ist vom Schnee glücklicherweise nichts zu sehen. Stattdessen erhaschen wir einen ersten Blick auf die Feenkamine, nach oben spitz zulaufende Tuffsteinkegel. In Kappadokien gibt es drei große Vulkane, die den Tuff einst ausgespuckt haben, so dass er sich viele Meter hoch ansammeln konnte. Mit den Jahrhunderten sind die leichteren Teilchen weggeweht worden und haben die Feenkamine hinterlassen, sowie weite Canyons mit bizarren Tuffformationen in schillernden Farben.


Menschen haben sich diese Besonderheit der Natur angeeignet und sich Häuser, Lager, Kirchen und Verstecke darin gegraben. Ganze Dörfer entstanden in den Felskegeln und an vielen Orten haben die Menschen sich bis zu 10 Stockwerke tief in den Tuff eingegraben. Frühe Christen sollen sich in diesen Städten versteckt haben. Diverse Kirchenräume mit Fresken aus dem Leben und Wirken Jesus Christus belegen diese Vermutung.

In Uchisar aber haben sich die Menschen nicht nach unten gegraben, sondern nach oben. Raum stapelt sich auf Raum, Fenster reiht sich an Fenster im gewaltigen Tuffsteinberg und Treppe um Treppe wird der Ausblick auf die fantastische Umgebung sagenhafter. Hätte Peter Jackson Kappadokien gekannt, er hätte die Szenen aus Mittelerde hier gefilmt, anstatt die armen Hobbits nach Neuseeland zu verfrachten.

Vom Burgberg aus sehen wir einen Bus wie unseren auf einer weiten Plattform über einem der verwunschenen Täler thronen und natürlich stellen wir den Maggi nachher genau auf dieser Plattform ab. Unser unbekannter reisender Freund ist zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr da, was wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge feststellen. Auf der gesamten Reise haben wir bisher nur ein einziges Mal ein Reisemobil wie unseres gesehen. Ursprünglich dachten wir, dass doch einige Menschen so unterwegs sein müssten. Aber falls dem so ist, haben sie entweder einen anderen Weg genommen oder irgendwie einen anderen Tagesrhythmus.

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