Der Maggi hat ein H!

Neben Evas beruflicher Neuausrichtung sind wir mit ein paar weiteren kleinen und größeren Projekten im Hinterkopf zurück gekommen. Eins davon ist, den Maggi in den Innenstadtring von Berlin fahren zu können und zum nächsten Sommerfest unserer Freunde von der Treptower Klause daraus Musik laufen zu lassen und Suppe zu verteilen.

Dafür braucht der Maggi aber ein Oldtimer-Kennzeichen und das zu bekommen erwies sich als schwierige Aufgabe. Ein Oldtimer-Kennzeichen, oder auch H-Kennzeichen, kann man für einen Wagen bekommen, der älter als 30 Jahre ist. Im Autoland Deutschland möchte man gerne, dass alte Wagen im Originalzustand weiterhin das Straßenbild bereichern. Das führt dazu, dass Oldtimer auch in Umweltzonen fahren dürfen und Steuer und Versicherung deutlich unter dem liegen, was wir derzeit bezahlen.

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Das H!

Die unter Euch, die den Maggi „persönlich“ kennen, würden sicherlich sagen, dass er das natürlich tut. Er trägt das Orange der Berliner Stadtreinigung. Er hat in seinem früheren Leben der BSR als Werkstattwagen gedient. Er trägt schon sein ganzes Leben lang die Kiste, die sich der Vorbesitzer dann ausgebaut hat. Im Innenraum kann man noch die Löcher in Decke und Boden sehen, an denen die Regale des Werkstattwagens befestigt waren. An seiner Rückseite trägt der Maggi noch das Originalschild „Werkstattwagen“. Innenverkleidung und Armaturen, Tanks und Luftkessel, Seitenlichter und Türgiffe, Fensterglas und Gummis, alles ist Original. Und trotzdem musste sich Robert ein ums andere Mal  anhören, dass der Maggi niemals ein H tragen wird, weil er angeblich nicht im Originalzustand erhalten ist. Dabei ist aus dem Ursprungs-Fahrzeugbrief ganz klar ersichtlich: er wurde so ausgeliefert. Es gibt aber kein Bild vom Originalzustand und überlicherweise wurden diese Modelle als Baufahrzeuge eingesetzt, als Kräne oder Kipper. Also sind wir ein ums andere Mal weggeschickt worden. Zuletzt hieß es aber dann doch, wir sollen den Wagen auf Hochglanz bringen, Roststellen ausbessern, neu lackieren, mürbe Teile ersetzen und dann wirds klappen.

Nachdem wir uns zwei Kostenvoranschläge eingeholt hatten, die uns den Atem haben stocken lassen, sind wir dann alleine losgezogen. Nur das mit dem Schweißen, das haben wir uns noch nicht zugetraut. Ein Bekannter, der uns schon während der Reise bei Pannen mit Rat und Tat zur Seite stand, empfahl uns deshalb einen Freund dessen Hobby und Leidenschaft es ist, alte Autos zu restaurieren. Wochenlang haben wir gemeinsam unsere gesamte Freizeit auf dem Gelände bei Berlin verbracht. Robert hat mit den beiden Jungs bis spät in die Nacht gebastelt. Ich konnte mich nur langsam für das Thema Oldtimer Restaurierung erwärmen. Habe dann aber letztlich doch viel gelernt: Rost entfernen und Flexen, Schleifen und Abkleben, Lack vorbereiten, Grundieren und Spachteln. Und nicht aufgeben. Morgens habe ich Französisch gelernt, Nachmittags bin ich in die Halle gefahren, habe Vokabeln gelernt, Bewerbungen geschrieben und beim Restaurieren geholfen.

Am Ende sind aus den geplanten zwei Wochen fast 6 geworden. Ganz so einfach wie wir es uns vorgestellt haben ist es nämlich nicht, einen fast 4 Meter hohen LKW ohne Gerüst und im Freien so zu lackieren, dass man nachher nicht das Gruseln bekommt von den vielen Lacknasen und Fehlstellen.

Im Oktober sind wir dann für die viele Arbeit belohnt worden. Der Maggi hat sein H, überwintert in einer schönen trockenen Halle und wir planen unseren nächsten Trip nach … Marokko und Mauretanien.

Aber seht selber, das Making of….

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6 Kommentare zu „Der Maggi hat ein H!

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