Kurtlari – Azerbaidschan in Georgien

Wieder in Georgien und auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht fragen wir einen Mann am Wegesrand nach dem Weg zum nächsten Dorf auf der Straße, die wir uns als Zielgebiet ausgesucht haben. Statt uns nur den Weg zu weisen, lacht er, freut sich, erklärt, dass er dort lebt und gerade auf dem Nachhauseweg ist und kaum haben wir das begriffen ist er auch schon zu Robert ins Auto gesprungen. Den Stellplatz für die Nacht haben wir damit auch gleich gefunden, den Innenhof des Hauses von dem netten Menschen, Akzam Binnatova, studierter Landwirt und leider seit dem Niedergang des Sowjetreiches nicht mehr in seinem Beruf beschäftigt. Er investiert stattdessen in die Zukunft seiner Kinder und wir erfahren, dass er das sehr gut getan hat.

Wir werden von ihm und seinem Sohn eingewunken und in der kuschelig warmen Küche bereiten Frau Vusalia und Tochter Valida bereits den Tee und das Abendessen. Schwupp sitzen wir beide am Tisch und trinken Cay mit kandierten Birnen und Kirschen und erzählen einmal mehr mit Händen und Füßen von unserer Reise. Später teilen wir das Abendessen mit der Familie, zu der nun noch zwei junge Männer stossen, von denen der eine wie wir am nächsten Morgen von der Mama erfahren, Validas Zukünftiger ist. Da wir nicht weniger neugierig sind als unsere Gastgeber erfahren auch wir im LAufe des Abends einiges über die Familie und das Dorf in dem sie leben. Valida spricht Englisch und so verstehen wir nach und nach, dass wir in einer Gegend sind, in der eine große Gemeinschaft Azerbaidschaner lebt. Sie sind Moslems und sprechen im Allgemeinen kein Georgisch.

Auch unsere Gatsgeber, die Familie Binnatova, ist halb azerbaidschanischer halb türkischer Abstammung. Sohn Nihat studiert Wirtschaft in Kars in der Türkei und die Valida wird in einem halben Jahr den jungen Mann, einen Verwandten heiraten und nach Baku ziehen.

Sie ist 17, geht in die örtliche Schule, wo sie georgisch lernen soll und ist froh, dass wir ihr anbieten sie mit dem Maggi in die Schule zu fahren. Denn so entsteht ein riesiger Aufruhr in der Schule und sie kann noch ein wenig mit ihren Freundinnen reden. Wir werden derweil ins Lehrerzimmer gezogen und erklären dem erstaunten Kollegium, wie wir ausgerechnet nach Kurtlari und hier ausgerechnet in die Familie Binnatova geraten sind. Nach dem Cay verabschieden wir uns herzlichst, versprechen die Fotos über Facebook zu schicken und weiter gehts.

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