Georgien – Dawid Garedscha Kloster

Ich hatte in Erinnerung, dass es zwei Wege zum Kloster GAredscha gibt, einen, der recht bequem befahrbar ist und einen, den man besser meiden sollte. Wir entscheiden uns für letzteren. Hinter Rustavi biegen wir links ab und ab da beginnt ein kleines Abenteuer, denn haben es die Georgier ohnehin nicht mit der Beschilderung, fallen Hinweise auf den richtigen Weg nun gänzlich weg.

Das mag daran liegen, dass wir uns mitten im Azerbaidschanisch-Georgischen Grenzgebiet befinden oder aber auch daran, dass dieser Weg offenbar nur von Ein heimischen Großbauern und Militär befahren wird. An jeder Gabelöung fragen wir, ob wir noch richtig sind und wie durch ein Wunder sind wir nur einmal falsch abgebogen und landen vor dem Schlagbaum eines Militärpostens, der quer über das Gelände gelaufen kommt um Robert, der mit der Karte wie mit einem weißen Tuch wedelt, entgegen zu rufen: Garedscha? Der nickt, bekommt einen Fingerzeig die steilste Schlammpiste im Panorama hinauf, setzt sich zurück hinters Steuer und seufzt.
Entgegen meiner sonstigen Art bete ich ein kleines Mantra herunter, während Robert mit dem Maggi auf 30Grad hängend die Schlammpiste heraufkriecht. Das Mantra geht ungefähr so: Der Maggi rutscht nicht im Schlamm, wenn man gerade über die Huckel fährt. Er rutscht nicht im Schlamm, nein, er rutscht nicht im Schlamm. Tatsächlich rutscht der MAggi nicht im Schlamm, wenn man gerade über die Huckel fährt und so atmen wir beide auf und Robert vollführt mit dem Dicken ein kleines Geländefreudentänzchen. Viele Schlammlöcher später fühlen wir uns wie echte Geländefahrer und sind fast ein wenig enttäuscht, als mitten im Nirgendwo plötzlich ein riesiges blaues Hinweisschild auftaucht, auf dem steht Dawid Garedscha. Na also, es geht doch.

 

Das Kloster Garesdscha liegt in wunderbarer Abgeschiedenheit von Bergmassiven umschlossen  im Grenzgebiet zwischen Azerbaidschan und Georgien. Die Erdschichten der Berge sind bunt geschichtet und glitzern in allen Regenbogenfarben. Mit der Abendsonne erhebt sich Nebel aus den Tälern und hüllt die Berge in pastellfarbenen Dunst. Sonnenfelder und Wolkenschatten  lassen das Bild bewegt erscheinen, nur der ferne Ruf eines Hirten und das leise Wehen des Windes durchbricht die Ruhe. Wir sollten beide mittlerweile begriffen haben, dass die Schichtung der Berge, die Weite, die Farbenpracht und die Gefühle, die diese in uns auslösen nicht im Foto festzuhalten sind, aber wir versuchen es trotzdem immer wieder, nur um dann enttäuscht zu sein, dass die Fotos nicht dieselbe Erhabenheit ausstrahlen wie das echte Bild.

Die Klosteranlage selber erschliesst sich uns nur langsam und bleibt auch am zweiten Tag eher enttäuschend im Verhältnis zur Lage. In einen großen sandsteinernen Bergrücken sind Höhlen so geschlagen worden, dass sie von Weitem nicht auszumache sind. Das Kloster ist seit dem Mittelalter bewohnt von Mönchen, die auch die Wehrburg dazu gebaut haben. Vorder- und Hinterseite des Berges sind von Höhlen durchdrungen, von denen man leider die wenigsten begehen kann. Wir vermuten, dass der ganze Berg durchlöchert ist und das Höhlensystem einst mit ausgeklügelter Belüftung und Bewässerung versehen war, aber zu sehen bekommen wir das nicht. Stattdessen unternehmen wir eine Wanderung um den Berg herum und geniessen den Blick und die Weite und die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.

 

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