Der Ford

„Kauf Dir doch nen Ford“. Mit diesen Worten wendet sich Cadillac Verkäufer Leo Sweetie genervt von seinem Kunden ab. Und so zitierte Robert in der Vergangenheit auch gerne aus seinem Lieblingsfilm Arizona Dream, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er sich wegen dieser Szene geschworen habe, niemals einen Ford zu kaufen.

Ratet, was passiert ist.

Gegen jede Vernunft haben wir im Mai 2024 einen Ford gekauft. Ohne zu wissen, wie schwierig es werden würde, das „US-Only Modell“ in Deutschland über den TÜV zu bringen. Ohne zu ahnen, dass uns der Ausbau unserer Neuanschaffung beinahe 18 Monate lang beschäftigen würde.

Aber von vorne. Mit dem Iglhaut sind wir 40.000km durch Europa und Afrika gefahren. Er hat sich als treuer Weggefährte herausgestellt, der selbst unter widrigsten Bedingungen noch seinen Dienst tut. Aber sein Motor mit 98PS und seine mit 192 NM verhaltene Kraft entsprachen nie ganz unseren Vorstellungen. Auf dem Rückweg nach Deutschland sind wir bei durchgetretenem Gaspedal mit satten 30km/h bergauf gekrochen und damit zum ungeliebten Hindernis für LKWs geworden. Es hätte also ein Motorupgrade für mehr Kraft und Leistung benötigt. Den Motortausch haben aus ähnlichem Grund schon einige Bremerfahrer umgesetzt – und alle ohne Ausnahme haben den Aufwand deutlich unterschätzt.

Als dann im April 24 der hier zum Verkauf stand, mussten wir uns den Wagen wenigstens einmal ansehen. Einmal Probefahren. Diskutieren. Nochmal Probefahren. Mehr diskutieren. Dann war es passiert.


Statt im Dezember 2024 im Igl gen Osten zu fahren, haben wir uns dieses Projekt angelacht.

Der Neue:

  • Ford US E350 Super Duty 5.4-L V-8 Triton
  • Leistung: 255 PS Drehmoment: 350 Nm
  • Benziner, Automatik
  • 4×4 vom US Ausrüster Quigley umgebaut
  • Erstzulassung 1998

In den USA ist der Ford ein Standard für Krankenwagen, Feuerwehren und Camper und mit über 1 Million Zulassungen eines der erfolgreichsten Modelle der 1990er und 2000er Jahre. Hier in Deutschland sind vielleicht zwei- bis dreitausend zugelassen, was auch mit den hohen Hürden der Zulassung zu tun hat. Ist ja klar, nur weil in den USA 1 Million Fords zugelassen wurden, heißt das nicht, dass er auch für deutsche Straßen sicher genug ist. Deswegen muss man in Deutschland auch ein Riesenfass mit Namen „§21“ oder kurz „21er“ aufmachen, also ein sogenanntes Einzelgutachten vom TÜV erstellen lassen, bevor man die Karre zulassen darf. Aber dazu mehr im Blog.

24 Monate später sieht der Ford jedenfalls (Stand Mai 2026) nun so aus. Mit deutlicher Verspätung hoffen wir, nun bald gen Osten losfahren zu können.